Love this? Save it for later!
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Mein Nachbar Karl stand letztes Jahr am Martinstag in seiner Küche und schnitt mit einer Ruhe, die mich neidisch machte, das letzte Fleisch vom Gänseklein. Ich war bei ihm, weil ich vergessen hatte, Mehl zu kaufen – typisch, wenn man drei Dinge gleichzeitig machen will. Er sah mich nicht einmal an, als er sagte: „Das Beste kommt erst noch, weißt du.“ Ich dachte, er meint den Rest vom Rotkohl. Aber nein. Er meinte die Knochen, die Häute, die kleinen Stücke, die andere Leute wegwerfen. Karl ist kein gelernter Koch, er ist Rentner und hat früher bei der Bahn gearbeitet. Aber er kocht, als hätte er nie etwas anderes gemacht.
An dem Abend stand ich dann mit einer Tüte voller Gänseklein-Reste vor meiner Tür – Hälse, Flügel, ein paar Innereien, die er mir wortlos in die Hand gedrückt hatte. „Einfach kalt ansetzen, ganz ruhig köcheln lassen“, rief er mir noch hinterher. Ehrlich gesagt, ich war skeptisch. Ich meine, Reste sind Reste, oder? Aber dann roch es in meiner Küche nach einem Sonntag, den ich als Kind bei meiner Oma erlebt hatte. Und als ich nach drei Stunden die erste Kelle voll in den Teller füllte, wusste ich: Das ist keine Resteküche. Das ist die Essenz von St. Martin – warm, ehrlich, ohne Schnickschnack.
Diese Suppe ist für mich seitdem der heimliche Star der Martinszeit. Nicht der Braten – nein, die Suppe. Weil sie genau das einfängt, worum es geht: aus wenig etwas Großes machen. Vielleicht haben Sie auch schon mal vor einem Kühlschrank voller Reste gestanden und sich gefragt, ob sich der Aufwand lohnt. Ich sage Ihnen: Ja. Mit dieser herzhaften Reste-Gänseklein Suppe holen Sie das Letzte aus Ihrem Festessen heraus – und zwar auf eine Art, die süchtig macht. Seit Karl mir das gezeigt hat, mache ich sie jedes Jahr. Und jedes Jahr denke ich: Warum eigentlich nur nach St. Martin?
Warum Sie diese Suppe lieben werden
Diese Suppe ist nicht einfach nur eine Resteverwertung. Sie ist ein Statement gegen die Wegwerfmentalität – und das Beste daran: Sie schmeckt, als hätten Sie stundenlang am Herd gestanden. Dabei ist sie eigentlich ganz einfach. Ich habe sie inzwischen bestimmt ein Dutzend Mal gekocht, jedes Mal ein bisschen anders, und sie wird nie langweilig.
- Aus wenig wird viel: Aus den Resten einer Gans zaubern Sie einen ganzen Topf voller Suppe. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern auch richtig günstig.
- Tiefe, würzige Brühe: Das Gänseklein gibt eine Brühe ab, die intensiver ist als jedes Fertigprodukt. Kein Vergleich zu dem Zeug aus dem Glas.
- Perfekt für die kalte Jahreszeit: Nach einem langen Martinsumzug oder einem Spaziergang im Novemberregen wärmt diese Suppe von innen. Genau das Richtige, wenn die Tage kürzer werden.
- Einfach zuzubereiten: Sie brauchen keinen Kochkurs und keine teure Ausrüstung. Nur einen Topf, Geduld und ein bisschen Liebe zum Detail.
- Familienfreundlich: Meine Kinder lieben sie – und die sind sonst wählerisch. Das Gemüse wird so weich gekocht, dass es fast von selbst schmilzt.
Was diese Suppe von anderen unterscheidet? Es ist die Kombination aus dem intensiven Gänsegeschmack und dem feinen Gemüse, das die Brühe süßlich abrundet. Und dann ist da noch die Sache mit dem Majoran – ein Kraut, das ich früher nie ernst genommen habe. Aber in dieser Suppe entfaltet es sein ganzes Können. Ich habe schon viele Versionen probiert, mit Thymian, mit Rosmarin, aber Majoran ist einfach der Boss hier. Diese Suppe ist nicht nur gut – sie ist die Art von Essen, bei der man nach dem ersten Löffel die Augen schließt und kurz nichts um sich herum hört. Versprochen.
Welche Zutaten Sie brauchen
Für diese herzhafte Reste-Gänseklein Suppe brauchen Sie nicht viel – aber das Wenige sollte stimmen. Die Zutaten sind bewusst einfach gehalten, denn der Star ist das Gänseklein selbst. Ich kaufe mein Gänseklein meist beim Metzger meines Vertrauens, aber auch gut sortierte Supermärkte haben es um die Martinszeit herum im Angebot. Achten Sie darauf, dass die Stücke frisch riechen und die Haut eine gleichmäßige Farbe hat.
Für die Brühe:
- 500 g Gänseklein (Hälse, Flügel, Innereien – alles, was übrig ist) – die Basis für den intensiven Geschmack
- 2 Zwiebeln, grob gewürfelt (ich nehme gerne rote, aber gelbe gehen auch)
- 2 Karotten, in grobe Stücke geschnitten
- 1 Stange Lauch, in Ringe geschnitten
- 2 Stangen Sellerie (oder ein Stück Knollensellerie, etwa 100 g)
- 3 Lorbeerblätter (frisch oder getrocknet, beides funktioniert)
- 5 Wacholderbeeren, leicht angedrückt – das gibt eine feine, fast herbe Note
- 1 TL schwarze Pfefferkörner
- 2 Zweige frischer Majoran (oder 1 TL getrockneter)
- Salz nach Geschmack – aber erst am Ende, sonst wird die Brühe schnell zu salzig
- 2,5 Liter kaltes Wasser – wichtig: kalt ansetzen, nicht heiß!
Für die Einlage:
- 200 g Kartoffeln, festkochend, in kleine Würfel geschnitten (ca. 1 cm)
- 150 g Möhren, in feine Scheiben oder kleine Würfel
- 100 g Knollensellerie, fein gewürfelt
- 100 g Lauch, in feine Ringe
- 100 g TK-Erbsen (oder frische, wenn Saison ist)
- 1 Handvoll frische Petersilie, gehackt – zum Servieren
Optional für die Extra-Portion Geschmack:
- 1 EL Gänseschmalz (vom Braten übrig) zum Anschwitzen des Gemüses
- 1 Schuss trockener Weißwein (etwa 50 ml) – das hebt die Brühe auf ein neues Level
- Etwas Muskatnuss, frisch gerieben, für die Kartoffeln
Falls Sie keine Gänsereste zur Hand haben: Sie können auch frische Gänsekeulen oder -brust nehmen, aber dann wird es teurer und der Charakter der Suppe ändert sich. Das Schöne an dieser Suppe ist ja gerade, dass sie aus dem macht, was andere übrig lassen. Wenn Sie das Gänseklein durch Hähnchenklein ersetzen, wird es eine leichtere, aber auch sehr leckere Variante – perfekt, wenn Sie die Suppe das ganze Jahr über kochen wollen.
Welche Küchengeräte Sie brauchen
Sie brauchen keine Profi-Ausstattung für diese Suppe. Ich habe sie schon in einer kleinen Studentenküche gekocht und sie war genauso gut wie heute. Aber ein paar Dinge machen das Leben leichter.
- Großer Suppentopf: Mindestens 5 Liter Fassungsvermögen. Ich schwöre auf meinen alten Emaille-Topf von meiner Oma – der hält die Wärme gleichmäßig und die Brühe brennt nicht so leicht an. Ein günstiger Edelstahltopf tut es aber auch.
- Schaumkelle: Unverzichtbar, um den ersten Schaum abzuschöpfen. Ohne wird die Brühe trüb. Ich habe mir mal eine aus Silikon gekauft – nie wieder. Eine traditionelle Lochkelle aus Edelstahl ist besser.
- Feines Sieb: Zum Abseihen der Brühe. Ein Passiertuch oder Mullwindel geht auch, aber ein Sieb ist einfacher zu reinigen.
- Scharfes Messer: Ein gutes Kochmesser macht das Gemüseschneiden zur Freude. Ich benutze ein altes Wüsthof-Messer, das ich vor Jahren auf einem Flohmarkt gefunden habe.
- Schneidebrett: Am besten aus Holz – das schont die Messer und sieht noch dazu schön aus.
- Holzlöffel: Zum Rühren, ohne den Topf zu verkratzen. Ich habe drei verschiedene Größen, aber einer reicht völlig.
Falls Sie keinen so großen Topf haben: Teilen Sie die Menge einfach. Aus der Hälfte der Zutaten wird immer noch eine gute Suppe für zwei Tage. Und falls Sie kein feines Sieb besitzen – ein Kaffeefilter tut im Notfall auch den Dienst, auch wenn es länger dauert.
Zubereitung – Schritt für Schritt
Okay, jetzt wird es ernst. Ich zeige Ihnen, wie ich diese Suppe mache – genau so, wie Karl es mir gezeigt hat und wie ich es inzwischen auswendig kann. Nehmen Sie sich Zeit. Die Suppe lässt sich nicht hetzen, aber sie belohnt Sie dafür mit einem Geschmack, der sich gewaschen hat.
Schritt 1: Das Gänseklein vorbereiten
Spülen Sie das Gänseklein kurz unter kaltem Wasser ab. Keine Sorge, wenn noch kleine Federn dran sind – die lassen sich leicht abzupfen. Karl hat mir damals gezeigt, dass man die Haut nicht entfernen muss. Sie gibt nämlich ganz viel Geschmack ab. Legen Sie die Stücke in den kalten Topf und gießen Sie das Wasser darüber. Das ist wichtig: kalt ansetzen! Wenn Sie heißes Wasser nehmen, wird die Brühe später nicht klar. Das habe ich einmal falsch gemacht und es war eine einzige Brühe-Pampe.
Schritt 2: Die Brühe ansetzen
Geben Sie die grob geschnittenen Zwiebeln, Karotten, Lauch und Sellerie dazu. Ich schneide das Gemüse für die Brühe wirklich nur grob – es wird später sowieso abgeseiht. Die Lorbeerblätter, Wacholderbeeren, Pfefferkörner und den Majoran dazu. Jetzt kommt der wichtigste Moment: Alles einmal kurz aufkochen lassen, dann die Hitze sofort runterdrehen. Die Brühe soll nur ganz leise köcheln – ein Blubbern alle paar Sekunden reicht. Wenn sie kocht, wird sie trüb und das Fleisch wird zäh. Also: Geduld.
Schritt 3: Den Schaum abschöpfen
Nach etwa 10 Minuten bildet sich oben ein grauer Schaum. Den müssen Sie unbedingt abschöpfen. Karl hat gesagt: „Das ist der Dreck, der raus muss.“ Und er hatte recht. Ich mache das mit der Schaumkelle, aber ein großer Löffel tut es auch. Seien Sie gründlich – je mehr Schaum Sie entfernen, desto klarer wird die Brühe. Lassen Sie die Brühe dann etwa 2 bis 2,5 Stunden ganz leise vor sich hin köcheln. In der Zeit können Sie schon mal das Gemüse für die Einlage schnippeln.
Schritt 4: Die Brühe abseihen
Nach der Kochzeit ist die Brühe goldgelb und riecht unglaublich. Stellen Sie ein feines Sieb über einen zweiten großen Topf oder eine Schüssel. Gießen Sie die Brühe vorsichtig durch. Das Gänseklein und das Gemüse kommen in eine separate Schüssel – die sind jetzt nicht mehr schön, aber das Fleisch können Sie noch verwenden. Lassen Sie die Brühe kurz abkühlen, dann können Sie das Fett abschöpfen, das sich oben absetzt. Ich hebe mir das Fett übrigens auf – es ist Gold wert zum Braten von Kartoffeln oder Gemüse.
Schritt 5: Das Fleisch lösen
Wenn das Gänseklein abgekühlt ist, machen Sie sich an die Arbeit: Lösen Sie das Fleisch von den Knochen. Das ist ein bisschen Fummelarbeit, aber es lohnt sich. Die Haut und die Sehnen kommen weg – nur das reine Fleisch bleibt. Ich mache das immer mit den Fingern, weil ich so besser fühle, wo die Knochen sind. Ein Tipp: Ziehen Sie sich eine Schürze an, es kann etwas spritzen. Das Fleisch schneiden Sie in kleine, mundgerechte Stücke und stellen es beiseite.
Schritt 6: Die Einlage zubereiten
Jetzt kommt der Teil, der die Suppe richtig rund macht. Erhitzen Sie in einem kleinen Topf oder einer Pfanne einen Esslöffel Gänseschmalz (oder neutrales Öl). Schwitzen Sie die fein gewürfelten Möhren, den Sellerie und den Lauch darin an – etwa 3 Minuten, bis sie duften. Dann geben Sie die Kartoffelwürfel dazu und schwitzen alles kurz mit. Das Anschwitzen bringt die Süße des Gemüses hervor und macht die Suppe aromatischer. Dann gießen Sie die abgeseihte Brühe wieder dazu.
Schritt 7: Die Suppe fertig kochen
Bringen Sie die Suppe mit dem Gemüse einmal kurz zum Kochen, dann reduzieren Sie die Hitze wieder. Lassen Sie sie etwa 15 Minuten köcheln, bis die Kartoffeln weich sind. In den letzten 5 Minuten geben Sie die Erbsen und das ausgelöste Fleisch dazu – das Fleisch soll nur warm werden, nicht mehr kochen, sonst wird es zäh. Schmecken Sie die Suppe mit Salz, Pfeffer und einer Prise frisch geriebener Muskatnuss ab. Ich gebe den Majoran meist erst jetzt dazu, wenn ich frischen habe – das Aroma bleibt so viel intensiver.
Schritt 8: Anrichten und genießen
Füllen Sie die Suppe in tiefe Teller oder Schalen. Streuen Sie die gehackte Petersilie großzügig darüber. Ein Klecks Sahne oder Crème fraîche macht sie noch cremiger, aber ich mag sie lieber pur – so kommt der Gänsegeschmack besser durch. Dazu passt frisches Bauernbrot oder, wenn Sie es etwas deftiger mögen, ein Stück gerösteter Sauerteig. Guten Appetit!
Tipps und Tricks für die perfekte Suppe
Ich habe in den letzten Jahren einiges ausprobiert und auch ein paar Fehler gemacht. Damit Sie nicht dieselben machen, hier meine besten Tipps.
Die Brühe nicht salzen: Das ist der Klassiker-Fehler. Wenn Sie die Brühe zu früh salzen, zieht sie das Wasser aus dem Fleisch und es wird trocken. Außerdem reduziert die Brühe beim Kochen, und am Ende ist sie dann viel zu salzig. Würzen Sie erst ganz zum Schluss.
Geduld beim Köcheln: Ich weiß, es ist verlockend, die Hitze hochzudrehen, damit es schneller geht. Aber glauben Sie mir: Eine leise köchelnde Brühe ist der Unterschied zwischen einer guten und einer großartigen Suppe. Die Kollagene im Gänseklein brauchen Zeit, um sich zu lösen – das macht die Brühe so sämig und vollmundig. Einmal habe ich die Suppe für einen Besuch beschleunigt und sie schmeckte flach und langweilig. Seitdem nehme ich mir die Zeit.
Das Fett nicht wegwerfen: Das Gänsefett, das sich auf der Brühe absetzt, ist ein Geschenk. Ich hebe es in einem kleinen Glas im Kühlschrank auf und verwende es zum Braten von Kartoffeln oder zum Anschwitzen von Zwiebeln. Es hält sich wochenlang und gibt jedem Gericht eine besondere Note.
Mehrere Tage – mehr Geschmack: Diese Suppe schmeckt am zweiten Tag noch besser. Die Aromen haben dann Zeit, sich richtig zu verbinden. Ich koche sie oft am Tag nach St. Martin und esse sie dann über die nächsten zwei Tage. Einfach im Kühlschrank aufbewahren und langsam wieder erwärmen – nicht kochen, nur warm machen.
Multitasking leicht gemacht: Während die Brühe köchelt, haben Sie viel Zeit. Ich nutze die, um die Küche aufzuräumen oder schon mal das Gemüse für die nächsten Tage zu schnippeln. Oder ich setze mich einfach hin und lese ein Kochbuch – das ist auch irgendwie produktiv, oder?
Variationen und Anpassungen
Diese Suppe ist ein Grundrezept, das sich wunderbar anpassen lässt. Hier sind ein paar Ideen, die ich selbst ausprobiert habe.
Vegetarische Variante: Ersetzen Sie das Gänseklein durch 500 g Wurzelgemüse (Pastinaken, Petersilienwurzel, Sellerie) und geben Sie 2 getrocknete Steinpilze dazu. Die Pilze geben eine erdige Tiefe, die an Fleischbrühe erinnert. Lassen Sie alles genauso lange köcheln – das Gemüse wird weich und die Brühe bekommt einen tollen Geschmack. Meine Schwester, die sich vegetarisch ernährt, liebt diese Version.
Schärfere Note: Für alle, die es etwas pikanter mögen: Geben Sie eine halbe, entkernte Chilischote oder einen Teelöffel Chiliflocken in die Brühe. Das passt überraschend gut zum Gänsegeschmack. Ich habe das einmal für einen Freund gemacht, der alles scharf isst – er hat den Topf fast allein leer gegessen.
Asiatische Fusion: Klingt ungewöhnlich, aber probieren Sie es: Ersetzen Sie den Majoran durch Ingwer und Zitronengras. Ein Schuss Sojasauce und etwas Reisessig am Ende geben der Suppe eine völlig neue Richtung. Dazu passt dann Reis statt Brot. Ich war selbst skeptisch, aber es funktioniert – die würzige Gänsebrühe harmoniert überraschend gut mit den asiatischen Aromen.
Suppe im Slow Cooker: Keine Zeit zum Beaufsichtigen? Kein Problem. Geben Sie alle Zutaten für die Brühe in den Slow Cooker und lassen Sie sie 6-8 Stunden auf niedriger Stufe köcheln. Das Fleisch wird so zart, dass es fast von selbst von den Knochen fällt. Die Einlage bereiten Sie dann separat zu und geben sie erst kurz vor dem Servieren dazu.
Glutenfreie Variante: Diese Suppe ist von Natur aus glutenfrei, solange Sie darauf achten, dass das Brot, das Sie dazu servieren, glutenfrei ist. Auch die Brühe selbst enthält kein Gluten – also perfekt für alle mit Unverträglichkeiten.
Servieren und Aufbewahren
Die Suppe schmeckt am besten, wenn sie richtig heiß ist – fast schon kochend, aber nicht mehr. Ich serviere sie in tiefen, vorgewärmten Tellern. Ein Tipp: Stellen Sie die Teller kurz in den Ofen bei 50 Grad oder gießen Sie heißes Wasser hinein und schütten es weg. So bleibt die Suppe länger warm.
Dazu passt frisches Brot – am besten ein rustikales Bauernbrot oder ein Sauerteigbrot mit kräftiger Kruste. Ich reibe manchmal eine Knoblauchzehe darüber und beträufele es mit Olivenöl – das ist der Hammer. Als Getränk empfehle ich einen trockenen Rotwein, einen kräftigen Apfelwein oder einfach einen heißen Tee. Für Kinder ist Apfelschorle perfekt.
Im Kühlschrank: Die Suppe hält sich im geschlossenen Behälter 3-4 Tage. Das Fett setzt sich oben ab – das ist ganz normal. Entfernen Sie es vor dem Aufwärmen oder rühren Sie es einfach unter, wenn Sie die Suppe etwas gehaltvoller mögen.
Einfrieren: Diese Suppe lässt sich hervorragend einfrieren. Füllen Sie sie in Portionsbehälter oder Gefrierbeutel und lassen Sie etwas Platz zum Ausdehnen. Sie hält sich 3 Monate. Zum Auftauen einfach über Nacht in den Kühlschrank stellen oder direkt im Topf bei niedriger Hitze erwärmen. Die Kartoffeln können beim Einfrieren etwas mehlig werden – das stört mich persönlich nicht, aber wenn Sie empfindlich sind, geben Sie die Kartoffeln erst nach dem Auftauen frisch dazu.
Die Aromen entwickeln sich: Wie schon gesagt – am zweiten Tag schmeckt die Suppe noch besser. Die Brühe wird runder, die Gewürze verbinden sich. Ich koche sie daher oft einen Tag im Voraus und wärme sie dann nur noch auf. Das ist auch praktisch, wenn Sie Gäste erwarten: weniger Stress am Tag des Essens.
Nährwerte und gesundheitliche Aspekte
Diese Suppe ist nicht nur lecker, sondern auch richtig gesund. Hier eine ungefähre Nährwertangabe pro Portion (bei 6 Portionen):
- Kalorien: ca. 280 kcal
- Eiweiß: 22 g
- Fett: 14 g (davon 4 g gesättigte Fettsäuren)
- Kohlenhydrate: 18 g
- Ballaststoffe: 4 g
Das Gänseklein liefert hochwertiges Eiweiß und wichtige B-Vitamine, besonders B12, das für die Blutbildung und das Nervensystem wichtig ist. Die Gelatine aus den Knochen und Häuten ist gut für Gelenke, Haut und Haare – ein echtes Beauty-Food, ohne dass man es merkt. Das Gemüse steckt voller Vitamine A, C und K sowie Antioxidantien. Die Wacholderbeeren wirken verdauungsfördernd und der Majoran hat entzündungshemmende Eigenschaften.
Für alle, die auf ihre Kohlenhydrate achten: Die Suppe ist mit nur 18 g Kohlenhydraten pro Portion relativ kohlenhydratarm. Sie können die Kartoffeln durch mehr Sellerie oder Pastinaken ersetzen, um den Wert noch weiter zu senken. Allergene: Diese Suppe enthält von Natur aus kein Gluten, keine Milchprodukte und keine Nüsse. Achten Sie nur darauf, dass das Brot, das Sie dazu servieren, ebenfalls frei von Allergenen ist, falls nötig.
Fazit – Warum Sie diese Suppe unbedingt kochen sollten
Diese herzhafte Reste-Gänseklein Suppe ist für mich der Inbegriff von guter, ehrlicher Hausmannskost. Sie macht aus dem, was andere wegwerfen, etwas Wertvolles – und das mit einem Geschmack, der sich nicht verstecken muss. Jedes Mal, wenn ich sie koche, denke ich an Karl, der mir mit einer einzigen Geste gezeigt hat, dass Kochen nichts mit teuren Zutaten zu tun hat, sondern mit Respekt vor dem, was man hat.
Sie können diese Suppe ganz nach Ihrem Geschmack anpassen – ob mit mehr Gemüse, einer Prise Chili oder asiatischen Aromen. Das Schöne ist: Sie kann nicht wirklich misslingen. Selbst wenn Sie etwas vergessen oder ein Gewürz ersetzen – die Brühe trägt alles. Probieren Sie es aus, und lassen Sie mich wissen, wie es Ihnen schmeckt. Schreiben Sie einen Kommentar, teilen Sie Ihre Version oder markieren Sie mich auf Pinterest – ich bin gespannt auf Ihre Kreationen!
In diesem Sinne: Ran an den Topf, und lassen Sie sich von dieser Suppe zeigen, wie schön Resteküche sein kann. Guten Appetit!
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Kann ich auch Hähnchenklein statt Gänseklein verwenden?
Ja, absolut. Hähnchenklein gibt eine leichtere Brühe, die ebenfalls sehr aromatisch ist. Die Kochzeit verkürzt sich dann auf etwa 1,5 Stunden. Der Geschmack ist weniger intensiv, aber immer noch wunderbar würzig. Perfekt, wenn Sie die Suppe das ganze Jahr über kochen wollen.
Wie bekomme ich die Brühe besonders klar?
Der Trick ist: Kalt ansetzen, langsam erhitzen und niemals kochen lassen. Außerdem müssen Sie den Schaum gründlich abschöpfen. Wenn Sie ganz sichergehen wollen, können Sie die Brühe nach dem Abseihen durch ein Passiertuch oder einen Kaffeefilter geben. Das dauert etwas, aber das Ergebnis ist eine kristallklare Brühe.
Kann ich die Suppe auch ohne Innereien kochen?
Ja, klar. Viele mögen keine Innereien – das ist völlig in Ordnung. Lassen Sie sie einfach weg oder ersetzen Sie sie durch ein paar zusätzliche Flügel oder Hälse. Die Brühe wird ohne Innereien etwas milder, aber immer noch sehr aromatisch. Ich persönlich mag die Leber nicht so gern, aber das Herz und den Magen gebe ich immer dazu – sie geben der Brühe eine besondere Tiefe.
Die Suppe ist zu fettig – was kann ich tun?
Das ist ein häufiges Problem bei Gänsesuppen. Die Lösung: Lassen Sie die Brühe nach dem Abseihen vollständig abkühlen (am besten über Nacht im Kühlschrank). Das Fett wird fest und lässt sich dann leicht mit einem Löffel abheben. Alternativ können Sie einen Fettabscheider verwenden – ein praktisches Küchenwerkzeug, das das Fett von der Brühe trennt.
Kann ich die Suppe auch im Schnellkochtopf zubereiten?
Ja, das geht. Geben Sie alle Zutaten für die Brühe in den Schnellkochtopf und kochen Sie sie 45 Minuten bei vollem Druck. Die Brühe wird nicht ganz so klar wie bei der langsamen Methode, aber sie ist genauso aromatisch. Die Einlage bereiten Sie dann separat zu, wie im Rezept beschrieben. Das spart eine Menge Zeit – perfekt für einen stressigen Tag.
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Herzhafte Reste-Gänseklein Suppe – einfaches Rezept nach St. Martin
Diese herzhafte Suppe verwandelt Gänseklein-Reste in eine aromatische, wärmende Mahlzeit. Perfekt für die kalte Jahreszeit und ein Statement gegen die Wegwerfmentalität.
- Prep Time: 30 Minuten
- Cook Time: 2 Stunden 45 Minuten
- Total Time: 3 Stunden 15 Minuten
- Yield: 6 Portionen 1x
- Category: Suppe
- Cuisine: Deutsch
Ingredients
- 500 g Gänseklein (Hälse, Flügel, Innereien)
- 2 Zwiebeln, grob gewürfelt
- 2 Karotten, in grobe Stücke geschnitten
- 1 Stange Lauch, in Ringe geschnitten
- 2 Stangen Sellerie (oder 100 g Knollensellerie)
- 3 Lorbeerblätter
- 5 Wacholderbeeren, leicht angedrückt
- 1 TL schwarze Pfefferkörner
- 2 Zweige frischer Majoran (oder 1 TL getrockneter)
- Salz nach Geschmack
- 2,5 Liter kaltes Wasser
- 200 g Kartoffeln, festkochend, in kleine Würfel geschnitten (ca. 1 cm)
- 150 g Möhren, in feine Scheiben oder kleine Würfel
- 100 g Knollensellerie, fein gewürfelt
- 100 g Lauch, in feine Ringe
- 100 g TK-Erbsen (oder frische)
- 1 Handvoll frische Petersilie, gehackt
- 1 EL Gänseschmalz (optional)
- 50 ml trockener Weißwein (optional)
- Etwas Muskatnuss, frisch gerieben (optional)
Instructions
- Das Gänseklein kurz unter kaltem Wasser abspülen und in den kalten Topf legen. Mit 2,5 Litern kaltem Wasser aufgießen.
- Die grob geschnittenen Zwiebeln, Karotten, Lauch und Sellerie sowie Lorbeerblätter, Wacholderbeeren, Pfefferkörner und Majoran hinzufügen. Einmal kurz aufkochen lassen, dann die Hitze sofort reduzieren, sodass die Brühe nur noch leise köchelt.
- Nach etwa 10 Minuten den grauen Schaum mit einer Schaumkelle abschöpfen. Die Brühe 2 bis 2,5 Stunden ganz leise köcheln lassen.
- Die Brühe durch ein feines Sieb in einen zweiten Topf oder eine Schüssel abseihen. Das Gänseklein und das Gemüse beiseitestellen. Die Brühe kurz abkühlen lassen und das Fett abschöpfen.
- Das Fleisch von den Knochen lösen, in kleine Stücke schneiden und beiseitestellen.
- In einem kleinen Topf oder einer Pfanne 1 EL Gänseschmalz (oder neutrales Öl) erhitzen. Die fein gewürfelten Möhren, Sellerie und Lauch darin etwa 3 Minuten anschwitzen. Die Kartoffelwürfel hinzufügen und kurz mit anschwitzen.
- Die abgeseihte Brühe wieder dazugießen. Einmal kurz aufkochen lassen, dann die Hitze reduzieren und etwa 15 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind.
- In den letzten 5 Minuten die Erbsen und das ausgelöste Fleisch hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise frisch geriebener Muskatnuss abschmecken.
- Die Suppe in tiefe Teller oder Schalen füllen und mit gehackter Petersilie bestreuen. Nach Belieben mit einem Klecks Sahne oder Crème fraîche servieren. Dazu passt frisches Bauernbrot.
Notes
Die Brühe nicht zu früh salzen, sonst wird das Fleisch trocken. Geduld beim Köcheln ist entscheidend für eine klare, aromatische Brühe. Das abgeschöpfte Gänsefett aufbewahren – es eignet sich hervorragend zum Braten. Die Suppe schmeckt am zweiten Tag noch besser.
Nutrition
- Serving Size: 1 Portion (ca. 400 m
- Calories: 280
- Sugar: 6
- Sodium: 800
- Fat: 14
- Saturated Fat: 4
- Carbohydrates: 18
- Fiber: 4
- Protein: 22
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